Zetel gestaltet den demografischen Wandel - Beratungen wurden fortgesetzt - Aktuelles
Donnerstag, 07. Januar 2010
Am Donnerstag, den 20. August 2009 fand in der Aula der Haupt- und Realschule Zetel die Auftaktveranstaltung zur Entwicklung von Anpassungs- und Reaktionsstrategien auf die Demografische Entwicklung in Zetel statt. Die Veranstaltung wurde von ca. 70 Bürgerinnen und Bürgern besucht.

Nachdem die Veranstaltung von Bürgermeister Heiner Lauxtermann eröffnet wurde, trugen Klaus-Martin Hesse und Katja Baumann, forum Oldenburg, zu dem status quo in der Gemeinde Zetel vor.
Die Bevölkerungsentwicklung ist deutschlandweit schon seit fast 40 Jahren durch den demografischen Wandel geprägt, der sich durch einen Überschuss der Sterbefälle gegenüber der Geburtenrate auszeichnet. Seit dem Ende der Achtziger Jahre bis etwa zum Jahre 2000 war die Entwicklung der Bevölkerungszahlen regional aufgrund von Zuwanderungen und neuer Familiengründungen vorübergehend positiv. Die Bevölkerungszuwächse in Zetel in den letzten 20 Jahren sind ausschließlich auf Wanderungsgewinne über die Ausweisung neuer Baugebiete, die von den geburtenstarken Jahrgängen der Sechziger Jahre nachgefragt wurden, zurückzuführen. Dieser Boom ist jedoch jetzt beendet, sodass sich die Altersentwicklung dem Strukturmuster der Achtziger Jahre anpasst. Während immer weniger Familien über Wanderungen ihren Wohnort in Zetel nehmen, ist bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein deutlicher Wanderungsverlust zu erkennen, der insbesondere darin begründet ist, dass diese Schicht aufgrund von Ausbildung, Studium oder der Suche nach Arbeitsplätzen die Region verlassen muss.

So hat sich die Altersstruktur der Gemeinde bereits jetzt signifikant verändert. In den vergangenen 10 Jahren ist dabei vorrangig die Zahl der jungen Erwachsenen deutlich eingebrochen.

Innerhalb der Gemeinde gibt es große demografische Unterschiede in den einzelnen Gemeindeteilen, die abhängig von der Lage und der Siedlungsstruktur sowie den Infrastrukturbedingungen der unterschiedlichen Siedlungsbereiche sind. Der Anteil älterer Mitbürger findet sich deshalb vorwiegend in den Zentren der Gemeinde Zetel, während in den Außenbereichen jüngere Durchschnittsalter zu verzeichnen sind. Insgesamt ist aber festzustellen, dass der überwiegende Teil der Ortsteile im
Vergleich zu den Neunziger Jahren deutlich gealtert ist. Hingegen ist aber auch auffällig, zumal es eine untypische Entwicklung darstellt, dass die Entwicklung einiger ländlicher Siedlungsbereiche wie Neuenburgerfeld und Astederfeld eher günstig verlaufen, während andere Teile stärker überaltern.
Die Gemeinden haben in den vergangenen Jahren verstärkt auf Wachstum, speziell mit der Förderung von Eigenheimbauten im Hinblick auf die Zielgruppe „Familien“, abgestellt. Mit der Zunahme junger Familien war zugleich die Infrastruktur anzupassen und auszubauen. Künftig wird ein Rückgang der Einwohnerzahlen erkennbar werden. Die Siedlungsentwicklung wird sich durch die veränderte Nachfragestruktur älterer Mitbürger verstärkt auf die Zentren fokussieren. Die Zielgruppe „Familien“ wird es künftig nur noch in geringem Maße geben. Damit ist aber auch die in den vergangenen Jahren ausgebaute Infrastruktur für diesen Bereich nicht mehr ausgelastet.
Festzustellen bleibt, dass die Zahl der Kinder sukzessive absinkt, was als Folge der wegbrechenden Jahrgänge potenzieller Eltern zu sehen ist. So wird sich die Zahl der einzuschulenden Kinder um ca. 30 bis 35 % bis zum Jahre 2012 reduzieren.
Die Bestandspflege der vorhandenen Bevölkerungs- und Siedlungsstrukturen als neue Aufgabe stellt die Gemeinde vor neue Herausforderungen. Die Ausweisung kleinteiliger Baugebiete, die Ausrichtung an der vorhandenen Infrastruktur und der Umgang mit peripheren Gemeindeteilen, die für die ältere Generation kaum noch ansprechend sind, werden eine der Hauptaufgaben in den nächsten Jahren sein. Aber auch die Standorte für Grundschulen und Kindergärten sind ggf. neu zu gestalten, um diese sichern zu können. Dieses wäre unter Umständen über eine qualitative Steigerung der Angebote zu erreichen.

Die Gemeinde Zetel hat bereits verschiedene hochwertige, integrierte Baugebiete vorzuweisen. Die Nachfrage nach Baugebieten wird sich, soweit sie denn künftig überhaupt noch vorhanden sein wird, nahezu auf integrierte Flächen beschränken. Im Bereich der Kinderbetreuung hat die Gemeinde Zetel einen hohen Qualitätsstandard und zeigt Innovationsbereitschaft. Der kompakte und stabile Ortskern mit dem sehr guten Infrastrukturangebot ist ebenfalls dazu angetan, Zetel als Wohnort für ältere Generationen hervorzuheben. Die sozialen Netzwerke mit dem vielfältigen Vereinsleben stellen einen weiteren Pluspunkt dar, nicht zuletzt sind auch die landschaftlichen Reize zu nennen.
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Zetel sich mitten im demografischen Wandel befindet.
Die Gemeinde Zetel wird künftig nur noch beschränkt darauf Einfluss haben können, in welche Richtung sich die Altersstruktur der Bevölkerung entwickeln wird. Vielmehr werden diese Impulse von außen, durch das Angebot von Ausbildungs- und Studienplätzen oder auch von Arbeitsplätzen bestimmt werden. Die Bestandspflege und Qualitätssicherung bereits vorhandener Angebote und Infrastrukturen werden künftig eine ganz neue Bedeutung bekommen. Statt der Steuerung des Wachstums wird die Moderation der zukunftsfähigen Entwicklung im Hinblick auf die Veränderung der Altersstruktur im Mittelpunkt gemeinschaftlichen Handels stehen müssen. Während in früheren Zeiten durch die Ausweisungen neuer Baugebiete die quantitative Entwicklung der Gemeinde vorangetrieben wurde, gilt es nun den qualitativen Bereich zu stärken und das Leben in Zetel attraktiv zu machen. Dabei müssen alle Altersgruppen, besonders aber die Lebensälteren, angesprochen werden.
Sollten Sie nähere Auskünfte wünschen, stehen Ihnen Katja Baumann und Klaus-Martin Hesse von der Fa. forum, Oldenburg, und Detlef Kant, Gemeinde Zetel, zur Verfügung.
- Klaus Martin Hesse, forum, 0441-9805915, hes@forum-oldenburg.de
- Katja Baumann, forum, 0441-9805919, baumann@forum-oldenburg.de
- Detlef Kant, Gemeinde Zetel, 04453-935215, kant@zetel.de
Zur Entwicklung von Strategien wurden die Arbeitsgruppen „Bauen und Wohnen“, „Arbeit und Wirtschaft“, „Freizeit und Kultur“ und „Soziales“ gegründet, in denen interessierte Bürgerinnen und Bürger, Mitglieder von Vereinen, Geschäftsleute und Personen des öffentlichen Lebens mitarbeiten. Die Arbeitsgruppen werden insgesamt 3 x zusammen treffen. Beginn der Tagungen ist jeweils 19.00 h.
14.09.2009
- „Arbeit und Wirtschaft“
- „ Freizeit und Kultur“
15.09.2009
- „Bauen und Wohnen“
- „Soziales“
23.11.2009
- „Arbeit und Wirtschaft“
- „ Freizeit und Kultur“
24.11.2009
- „Bauen und Wohnen“
- „Soziales“
08.02.2010
- „Arbeit und Wirtschaft“
- „ Freizeit und Kultur“
09.02.2010
- „Bauen und Wohnen“
- „Soziales“
Die Arbeitsgruppen haben sich zu ersten Beratungen getroffen
Am 14. und 15.09.2009 trafen sich in den einzelnen Arbeitsgruppen insgesamt 67 Vertreter der Wirtschaft und der Vereine, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger, Ratsmitgliedern und Angehörige der Verwaltung. Aber auch Vertreter sozialer Einrichtungen und der Kirchen sind vertreten.
Die relevanten Aspekte für die Bestandsaufnahme, die am Anfang der Erörterungen stand, sind in konstruktiven Gesprächen zusammen getragen worden. In intensiven Gesprächen konnte so zunächst der Status Quo ermittelt werden. Dabei wurden die Stärken und Schwächen der Gemeinde Zetel ebenso erörtert wie die bestehenden Chancen und Risiken einer möglichen Erweiterung, mindestens aber des Erhalts des jetzigen Einwohnerbestandes. Es bestand Übereinkunft darüber, dass Zetel ein lebenswerter Ort ist und gute Grundlagen dafür bietet, dem demografischen Wandel zu begegnen.
Mit den Ergebnissen hat sich am 15.10.2009 die sog. Steuerungsgruppe befasst.
Das in 3 von 4 Arbeitsgruppen herausgestellte Thema „Generationsübergreifende Begegnungen“ soll in den nächsten Sitzungen am 23. und 24.11.2009 aufgegriffen und vertieft werden. Wegen des überwältigenden Votums für dieses Thema könnte hierauf möglicherweise der Schwerpunkt zu legen sein. Nach Abschluss der jetzigen Arbeitskreise wird deshalb beraten, ob zu diesem Thema eine eigene Arbeitsgruppe gebildet werden sollte.
Das Thema „Bedarfsermittlung und Zielgruppenanalyse“ soll in den Arbeitsgruppen „Kultur und Freizeit“ und „Soziales“ weiter behandelt werden. Hierfür ist die bereits erfolgte Befragung der Jugendlichen in der Gemeinde Zetel von großem Vorteil und wird direkt in die Beratung eingebunden werden. Die Befragung wird hier wieder gegeben.
Das Thema „Bürgerschaftliches Engagement“ wird Schwerpunktthema der Arbeitsgruppe „Soziales“ werden, während sich die Arbeitsgruppe „Kultur und Freizeit“ mit dem Thema „Mobilität“ befassen wird.
Die Arbeitsgruppe „Bauen und Wohnen“ wird sich mit den Themen „Gestaltung der Baugebiete“ und „Schaffung einer neuen Mitte“ befassen. Die historische Mitte des Ortes Zetel bei der St.-Martins-Kirche ist durch Wanderung des Ortes nach Süden nicht mehr gegeben. Zetel verfügt daher über keine entsprechend gestaltete und als Treffpunkt oder kulturelles Zentrum anerkannte Ortsmitte.
„Wandel als Chance“ – „Von den guten lernen“! Mit diesen Themen wird sich der Arbeitskreis „Arbeit und Wirtschaft“ in seinen Sitzungen am 23.11.2009 und sicher auch noch am 08.02.2010 beschäftigen.
Aber auch die anderen in der Übersicht genannten Themen werden in den weiteren Beratungen vertieft werden.
Über die Ergebnisse aus den Arbeitskreisen wird Anfang des neuen Jahres erneut die Steuerungsgruppe beraten und dann abschließend die weitere Vorgehensweise besprechen.
Die Arbeitsgruppen werden sich abschließend am 08. und 09.02.2010 treffen.