Neuenburger Kunstwochen
Konzept 29. Neuenburger Kunstwoche
Der Kunstverein „Bahner“ lädt vom 11. bis 17. Juni 2012 zur 29. Neuenburger Kunstwoche ein. Das diesjährige Thema ist „Überzeichnung“.

Der Karikatur, dem Comic und dem Manga ist gemein, dass die handelnden Figuren überzeichnet sind. Das Wort „Karikatur“ leitet sich vom italienischen Verb caricare und bedeutete in der Malerei „Übertreibung“. Die Karikatur verzerrt bewusst charakteristische Züge eines von Person oder Gegebenheiten, um den Betrachter zum Nachdenken zu bewegen. Das Wort Comic geht auf den englischen Begriff comic strip, also „komischer Streifen“ zurück. Ein Comic muss nicht zwangsläufig komisch sein, besteht aber im Gegensatz zur Karikatur in der Regel aus einer Bildfolge (Streifen), also eine Folge von Bildern, die einen Vorgang beschreiben. Die von der japanischen Kunst beeinflussten „Mangas“ verdeutlichen einen Trend der Comics, eine leichte, international verständliche Zeichensprache zu entwickeln. Heraus stechendes Merkmal der Mangas ist das „Kindchenschema“ der Figuren, doch daneben gibt es eine ganze Reihe von Bildelementen, die komplizierte Gefühle durch eine einfache Symbolik deutlich machen. So stellen z.B. Schweißtropfen Verlegenheit oder Stress und Spiralaugen Erschöpfung dar.
Der Kunstverein „Bahner“ sucht zur 29. Neuenburger Kunstwoche KünstlerInnen, die sich auf dem breiten Feld zwischen Karikatur und Comic betätigen Gewünscht ist eine zeitgenössische Auseinandersetzung der KünstlerInnen mit dem Thema „Überzeichnung“.
Aus den Bewerbungen werden fünf KünstlerInnen für eine Woche nach Neuenburg eingeladen. Während ihres Aufenthaltes sollen neue Arbeiten entstehen (bzw. fertig gestellt werden), die dann in der Abschlusspräsentation (Samstag und Sonntag,) der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die eingeladenen Künstler erhalten eine pauschale Aufwandsentschädigung von 700,- € sowie kostenlose Unterkunft und Verpflegung.
Mitmachaktionen:
Zwei Kunsttherapeuten werden für eine Woche, vormittags unterschiedliche Mitmachaktionen zum Thema Comic mit Schulklassen durchführen.
Begleitheft
Zur Kunstwoche erscheint ein kleines Programmheft, in dem die teilnehmenden Künstler/innen vorgestellt werden.
Infos und Bewerbungsunterlagen:
c/o. Kulturbüro, Ohrbült 1, 26340 Zetel, Tel. 04453/935299, Fax 04453/935277
Unterlagen der Kunstwoche zum Download:
Spuren der Kunstwochen
Die Neuenburger Kunstwochen haben in den vergangenen Jahren Spuren in Neuenburg hinterlassen (Lageplan) (neu verlinken nach Skulpturen) . So zeugen noch mehrere bemalte Wände von der Kunstwoche Malerei im Jahre 1987. Auch wenn schon der Zahn der Zeit an den Wandgemälden nagt, so kann die Arbeiten von Janna Hackerova (an der Rückseite eines Betriebes in der Eichendorfstr.) und von Kaja Henke (an der Hauptkreuzung beim „Kaufmann Meyer“) noch gut erkennen. Die Arbeiten entstanden unter Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen). Insbesondere rund um das Schloss Neuenburg sind konzentrieren sich Skulpturen und Plastiken aus den vergangen Kunstwochen. Auf der linken Seite vor dem Schlossgraben stehen ein Arrangement aus zwei Steintrögen und einer abstrahierten Tiergestalt (ursprünglich war noch eine zweite vorgesehen). Das Arrangement stammt aus der Kunstwoche Bildhauerei (1988/98) und versinnbildlicht die Viehtränke, z.Z. Graf Anton Günters hier gestanden haben soll. Das Konzept der Kunstwoche wurde vom Bildhauer Udo Reimann (Oldenburg) entworfen und in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und Helfern realisiert. Der Grundgedanke seines arbeitsplanes war es, die einstige Vorburg durch eine künstlerische Gestaltung des Schlossgeländes zeichenhaft anzudeuten. Rechts vom Schlossgang steht eine Skulptur auf einer quadratischen Bodenplastik, die die Fundamente eines Gebäudes kennzeichnen soll. Der nur z.T. behauene Stein zeigt die Form eines Ambosses und soll in zusammenwirken mit dem „Fundament“ an die Schmiede erinnern die früher hier gestanden hat. In ganz ähnlicher Weise lässt sich die Skulptur rechts neben der Schmiede entschlüsseln. Die Windungen in der Skulptur symbolisieren das Gehörn einer Heidschnucke und sollen im Zusammenspiel mit dem „Fundament“ den Viehstall der Vorburg lebendig werden lassen. Auf der nahe stehenden Reliefplatte (Aki Jürgens) befindet sich der Schlüssen zum Konzept dieser Figurengruppe.
Auf der Reliefplatte, die auf zwei Findlingen ruht, wird der Grundriss der Schlossanlage um 1650 dargestellt. Über den Burggraben führte einst eine Zugbrücke. Dieser wichtige Übergang wurde durch eine abstrahierte Holzskulptur (rechts vom jetzigen Übergang) von Thomas Hein schemenhaft angedeutet. Hervorstechendes Merkmal dieses Kunstobjektes ist der technische Mechanismus, der durch den Verbund von Holzteilen, Rollen und Seilen visualisiert wird. Ebenfalls von Thomas Hein (Varel) stammt der überdimensionale Morgenstern auf der Rückseite des Schlosses. Im Volksmund wird dieses Objekt „Bammelbuk“ genannt. Es verweist auf die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Friesen und dem Grafen Gerhard zu Oldenburg, die letztendlich zu der Grundsteinlegung der „Neuenburg“ geführt haben. Graf Gerhard kommentierte den Burgbau mit dem Fluch: Dass die Friesen der Bammel schlag...“.
Auf der Schlossinsel befinden sich ebenfalls Metallskulpturen der Kunstwoche 1991. Neben dem linken Schlossflügel befindet sich die Stahlplastik von Leonard Wübbena aus Wittmund. Er selbst nennt sie „Kopfgestalt“ Und in der Tat wollen schon die ersten Passanten in diesem Kunstobjekt den stilisierten Kopf vom „Alten Fritz“ erkannt haben. Der Künstler sperrt sich auch dann nicht gegen eine solche Interpretation, wenn zu deren Untermauerung der blaue Rippenanstrich fälschlicher Weise als preußischblau bezeichnet wird. Der Künstler spielt mit Formen, Oberflächenbeschaffenheit und Farbe. Es entstehen optische Reize zwischen geraden und geschwungenen Linien, warmtönigem Rost und der glatt polierten Oberfläche des V2A-Stahls. Auf der Wallanlage ganz hinten link neben dem Schloss steht der „Neuenburger Tempel“ von Jörg Haberland. Es besteht aus vier rechteckigen Stahlsäulen und einem „Dach“ aus schwarz-schwedischem Granit.
Während die schwarz-weißen Zaunpfähle der Landartkünstlerin Carlotta Brunetti aus Hannover (2000) an der Urwaldstraße so langsam verwittern erstrahlen die „Goldspuren“ der Künstlerin Sarah Niedermowwe aus Mühlheim (2002) noch im strahlenden Glanz und weisen hoffentlich noch vielen Besuchern den Weg in das Vereenshuus Neuenburg.
1. Vorsitzende Christa Rademacher
Herrenesch 7, 26340 Zetel-Neuenburg
Tel.: 04452 / 918910 - Fax.: 04452 / 948720
Infos: www.bahner-neuenburg.de



