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Gesetzlich geschützte Biotope

Ansprechpartner/in beim Landkreis Friesland
Herr J. Eden
Amt / Bereich
Fachbereich Umwelt
Kreisamt, Zimmer 505 // 3. OG
Lindenallee 1
26441 Jever
Telefon: 04461 919-5050
Telefax: 04461 919-7761
E-Mail:

Allgemeine Informationen

Geschützte Biotope sind Lebensräume besonderer Pflanzen- und Tierarten. Diese Lebensräume verdienen besonderen Schutz, weil sie selten sind, einen hohen ökologischen Wert besitzen und/oder von Zerstörung bedroht sind.

Zum Schutz dieser Lebensräume gibt es Gesetze und internationale Abkommen. In Niedersachsen sind die folgenden Biotoptypen durch § 30 Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (BNatSchG) und § 24 Niedersächsisches Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz (NAGBNatSchG) unter besonderen gesetzlichen Schutz gestellt:

  • natürliche oder naturnahe Bereiche fließender und stehender Binnengewässer einschließlich ihrer Ufer und der dazugehörigen uferbegleitenden natürlichen oder naturnahen Vegetation sowie ihrer natürlichen oder naturnahen Verlandungsbereiche, Altarme und regelmäßig überschwemmten Bereiche,
  • Moore, Sümpfe, Röhrichte, Großseggenrieder, seggen-, binsen- und hochstaudenreiche Nasswiesen, Bergwiesen, Quellbereiche, Binnenlandsalzstellen,
  • offene Binnendünen, offene natürliche Block-, Schutt- und Geröllhalden, Lehm- und Lösswände, Zwergstrauch-, Ginster- und Wacholderheiden, Borstgrasrasen, Trockenrasen, Schwermetallrasen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte,
  • Bruch-, Sumpf- und Auenwälder, Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder,
  • offene Felsbildungen,
  • Steilküsten, Küstendünen, Strandseen, Salzwiesen und Wattflächen im Küstenbereich, Seegraswiesen und sonstige marine Makrophytenbestände, Riffe, sublitorale Sandbänke, Schlickgründe mit bohrender Bodenmegafauna sowie artenreiche Kies-, Grobsand- und Schillgründe im Meeres- und Küstenbereich,
  • natürliche Höhlen und Erdfälle.

Handlungen, die zu einer Zerstörung oder einer erheblichen Beeinträchtigung diese Lebensräume mit ihrer typischen Flora und Fauna führen können, sind verboten. Ausnahmen können im Einzelfall zugelassen werden, wenn die Beeinträchtigungen ausgeglichen werden können. Auch aus Unkenntnis erfolgte Schädigungen und Zerstörungen besonders geschützter Biotope sind rechtswidrig. Der Verursacher kann zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes verpflichtet werden.

Die gesetzlich geschützten Biotope werden von der Gemeinde, Samtgemeinde und Stadt erfasst und in einem Verzeichnis der geschützten Teile von Natur und Landschaft registriert. Die Eintragung in dieses Verzeichnis wird den Eigentümern und Nutzungsberechtigten schriftlich bekannt gegeben. Die Gemeinden, Samtgemeinden und Städte führen Auszüge aus diesem Verzeichnis. Jedermann kann dieses Verzeichnis und die Auszüge gemäß § 14 NAGBNatSchG einsehen.

Was sind gesetzlich geschützte Biotope?

Gesetzlich geschützte Biotope sind Lebensräume besonderer Pflanzen- und Tierarten. Diese Lebensräume verdienen besonderen Schutz, weil sie selten sind, einen hohen ökologischen Wert besitzen und/oder von Zerstörung bedroht sind.

  • Alle Handlungen, die zu einer Zerstörung oder einer sonstigen erheblichen oder Beeinträchtigung der besonders geschützten Biotope führen können, sind verboten.

Gesetzlich geschützte Biotope

Nach § 30 Absatz 2 Bundesnaturschutzgesetz sind folgende Biotope unter einen besonderen Schutz gestellt:

  1. natürliche oder naturnahe Bereiche fließender und stehender Binnengewässer einschließlich ihrer Ufer und der dazugehörigen uferbegleitenden natürlichen oder naturnahen Vegetation sowie ihrer natürlichen oder naturnahen Verlandungsbereiche, Altarme und regelmäßig überschwemmten Bereiche,
  2. Moore, Sümpfe, Röhrichte, Großseggenrieder, seggen- und binsenreiche Nasswiesen, Quellbereiche, Binnenlandsalzstellen,
  3. offene Binnendünen, offene natürliche Block-, Schutt- und Geröllhalden, Lehm- und Lösswände, Zwergstrauch-, Ginster- und Wacholderheiden, Borstgrasrasen, Trockenrasen, Schwermetallrasen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte,
  4. Bruch-, Sumpf- und Auenwälder, Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder, subalpine Lärchen- und Lärchen-Arvenwälder,
  5. offene Felsbildungen, alpine Rasen sowie Schneetälchen und Krummholzgebüsche,
  6. Fels- und Steilküsten, Küstendünen und Strandwälle, Strandseen, Boddengewässer mit Verlandungsbereichen, Salzwiesen und Wattflächen im Küstenbereich, Seegraswiesen und sonstige marine Makrophytenbestände, Riffe, sublitorale Sandbänke, Schlickgründe mit bohrender Bodenmegafauna sowie artenreiche Kies-, Grobsand- und Schillgründe im Meeres- und Küstenbereich.

Liste gesetzlich geschützter Biotope in Friesland

Biotoptyp

Gesamtfläche [ha]

Anzahl

Bruchwald

28,465

16

Bruchwald u. seggen-, binsen oder hochstaudenreiche Nasswiese

3,714

2

Düne

1,555

1

Düne u. Magerrasen

23,858

1

Düne u. Salzwiese

38,822

1

Feuchtgebüsch

0,446

1

Hochmoor

12,021

12

Magerrasen

0,164

1

naturnahes Fließgewässer

0,58

2

naturnahes Kleingewässer

18,6141

52

Röhricht

71,3363

17

Röhricht u. Bruchwald

11,732

2

Röhricht u. Verlandungsbereich eines stehenden Gewässers

5,344

1

Röhricht, Sumpf u. Bruchwald

2,578

2

seggen-, binsen oder hochstaudenreiche Nasswiese

69,791

40

Sumpfgebüsch

2,325

3

Verlandungsbereich eines stehenden Gewässers

4,672

2

Zwergstrauchheide

2,896

3

Foto für Projekt Kompensation an GewässernEin Gewässer mit erheblichem Verbesserungspotential: Die Nordender Leke bei Varel.© Landkreis Friesland

Kompensation an Gewässern

Der gesamte Landkreis Friesland wird stark von Wasser geprägt. Bei vielen Gewässern besteht jedoch erheblicher Optimierungsbedarf bzw. ein hohes Verbesserungspotential. Im Rahmen der Gewässerwoche JadeRegion 2017 hat der Landkreis daher ein Projekt zur Bildung von Flächenpools in direkter Nähe zu Gewässern vorgestellt. Die Zielvorgabe dieser Flächenpools ist die Optimierung und Entwicklung von Gewässerstrukturen zur Stärkung des Biotopverbundes und ergibt sich aus der Fortschreibung des Landschaftsrahmenplans aus dem Jahre 2017.

Projektkulisse

Die Projektkulisse kann der Karte 5b des Landschaftsrahmenplans entnommen werden. Eine Anerkennung von Flächen kann nur erfolgen, wenn diese innerhalb oder angrenzend an die Entwicklungsflächen "Naturnahe Stillgewässer"oder "Naturnahe Fließgewässer" liegen.

Berechnung des Flächenwertes

Ist eine Fläche zur Aufnahme in das Projekt geeignet, erfolgt die Ermittlung eines Flächenwertes je nach Größe des Ausgangs- und Zielbiotopes. Auf diesen Wert können durch unterschiedliche Maßnahmen Zuschläge generiert werden. Am Ende erhält der Flächeneigentümer einen kostenpflichtigen Bescheid über die Aufnahme seiner Fläche in das Projekt in dem auch der Gesamtwert der Fläche angegeben wird.

Dieser Wert kann für Ausgleichsmaßnahmen selbst genutzt oder vermarktet werden. Die Verwaltung von Ein- und Ausbuchungen erfolgt über die Untere Naturschutzbehörde. Dafür fallen Gebühren an.

Eigentumsverhältnisse und Sicherung der Fläche

Die Eigentumsverhältnisse ändern sich zwar nicht, zur Sicherung der Fläche im Sinne des Naturschutzes muss jedoch eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit für die Untere Naturschtuzbehörde an ranghöchster Stelle im Grundbuch eingetragen werden.

Weitere Informationen

Für eine ausführliche Beschreibung der Berechnung und des Ablaufs der Aufnahme einer Fläche in das Projekt nutzen Sie bitte das bereitgestellte Informationsblatt.

Für die Beantragung einer Fläche nutzen Sie bitte unser Antragsformular.

Was sollte ich noch wissen?

Verursacherpflichten

Nach § 15  Abs. 2 des Bundesnaturschutzgesetzes sind Verursacher eines Eingriffs wie z.B. die Errichtung einer Windkraftanlage oder den Bau eines landwirtschaftlichen Gebäudes dazu verpflichtet, unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege auszugleichen (sogenannte Ausgleichsmaßnahmen) oder zu ersetzen (sogenannte Ersatzmaßnahmen). Dies ist dann der Fall, wenn die beeinträchtigten Funktionen des Naturhaushalts in gleichartiger Weise wiederhergestellt sind und das Landschaftsbild landschaftsgerecht neu gestaltet wurde.

Ausgleichsflächen

In der Regel werden intensiv genutzt Flächen nur noch eingeschränkt bewirtschaftet oder gänzlich sich selbst überlassen. Andere Möglichkeiten bestehen in der Neuanlage oder Optimierung von Gewässern und Wallhecken oder dem Pflanzen von Bäumen. Die Größe der Ausgleichsfläche bemisst sich in der Regel nach dem Umfang des Eingriffs.

Viele "übliche" Eingriffe finden auf einer Fläche bis 1.000 m² statt. Der Ausgleich erfolgt meist auf Flächen, die für den Verursacher des Eingriffs verfügbar sind. Oftmals führt das in der Folge dazu, dass ein regelrechter "Flickenteppich" aus kleineren, mehr oder weniger weit voneinander getrennten, Ausgleichsflächen entsteht.

Bildung von Poolflächen

Obwohl diese Flächen wertvolle Rückzugsgebiete für Flora & Fauna in der meist intensiv genutzten Agrarlandschaft des Landkreises Friesland darstellen, ist eine Zusammenlegung zu größeren Ausgleichskomplexen überaus wünschenswert. Diese bieten den Vorteil, dass sich dort umfangreiche Aufwertungsmaßnahmen durchführen lassen. Dazu gehören z.B. Wasserstandsanpassungen oder die Renaturierung von Gewässerläufen.

Dies wird von einigen Stellen wie z.B. den Flächenangenturen der Landkreise bereits praktiziert. Diese bekommen größere Flächen von den Eigentümern angeboten und bilden daraus dann sogenannte Poolflächen. Verfügt der Verursacher eines Eingriffs nicht selbst über geeignete Flächen kann er sich dann an die Flächenagentur wenden und die notwendigen Ausgleichsmaßnahme in diesem Pool durchführen lassen.

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